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Lieblingsübungen mit dem Trainings-Bundle

4. Okt.
6 Min. Lesezeit

Mit dem REITFREUDE Trainings-Bundle hast du 1001 Möglichkeiten für spannende Bodenarbeits- und Reiteinheiten.


Du brauchst auch nicht zwingend einen professionellen Reitplatz, wenn du im Schritt arbeitest, reicht oft auch der Hopfplatz und einen Sprung kannst du vielleicht auf der Weide aufstellen. Auch Neigungen und verschiedene Untergründe kannst du als Koordinationsplus in Übungen einbauen. Sei kreativ!


Achte darauf, dass du langsam anfängst und dein Pferd nicht überforderst. Kombiniere lieber regelmässig eine Viertelstunde konzentrieretes Arbeiten mit einem Spaziergang/Ausritt, als nur sporadisch länger am Stück zu üben. Denke stets daran, wie es dir geht, wenn du neue Tanzschritte lernst oder eine andere Sportart ausprobierst - es sieht so einfach aus, aber braucht Geduld zur Umsetzung!


Schaumstoff-Gassen

Tipp: Ich lege in jedes Ende der Gassen einen grossen Stein, so werden sie von Wind und Hufen weniger schnell verschoben.


Versetzt ausgelegt

Die Verbindung von rechter und linker Hirnhälfte läst sich stärken durch abwechselnde optische Reize auf den beiden Seiten. Deshalb lege ich die Stangen gerne zur Abwechslung nicht als Gasse aus, sondern versetzt. Das geht sowohl auf dem Zirkel, als auch auf einer Geraden. Das gerade Vorwärts ist wichtig, oft verweilen wir zu lange im Kreis (ist bei der Bodenarbeit ja auch bequemer) - nutze die vier versetzt gelegten Schaumstoffstangen, um aus dem Zirkel gerade zu richten, Fortgeschrittene können den Moment zum Angaloppieren nutzen.


Linie kreuzen

Lege alle Schaumstoffstangen nahtlos hintereinander, so dass sich eine lange Gerade ergibt. Stelle dein Pferd parallel neben die erste Stange und beginne langsam zu gehen. Lass dein Pferd möglichst in sich gerade und seitwärts die Stangen überqueren - und zwar so, dass immer das Vorderbein beginnt, das der Stange näher ist. Du wirst sehen, das ist auch für dich zur Anleitung eine echte Koordinationsaufgabe! Hat das richtige Vorderbein die Stange überquert, musst du dich um die restlichen Beine nicht mehr kümmern, die folgen. Dann achte ich vor allem darauf, dass dein Pferd keine Kurven zu laufen beginnt. Es wäre für dein Pferd viel einfacher, in Bewegungsrichtung über die Stange zu treten, als wie seitlich. Versuche diese neue Bewegung langsam aufzubauen: Die dabei stattfindende Abduktion und Addution der Beine mobilisiert, während die verlängerte Stützphase aufgrund des langsamen Tempos und dem Treten über die Stange Kraft und Stabilität aufbaut. Vom Boden angeleitet, gehe ich am liebsten vor dem Pferd rückwärts (übe das erstmal ohne Pferd, damit du nicht selbst über die Stange stolperst), um seitlich nicht im Weg zu sein und das ganze Pferd zu sehen und mit der Gerte evt. wegdriftende Schultern einfangen zu können. Bereits Geübte können es auch es aus der Langzügel-Führposition probieren.


Pylonen

Zirkel - aber nicht nur rund

Stelle die acht Pylonen in einem Kreis auf. Ich markiere mir den Mittelpunkt und zähle dann die Schritte zwischen jeweils gegenüberliegenden Punkten. Schau, dass regelmässig in jedem Achtel des Kreises eine Pylone steht. Nutze den zur Verfügung stehenden Raum und stelle die Figur zu Beginn möglichst grosszügig auf, lass aber aussen an den Pylonen mindestens eine Pferdebreite Abstand zur Begrenzung.

Nun hast du vier Möglichkeiten, diesen Kreis zu nutzen:

  1. Dein Pferd geht innen an den Pylonen. Auf der Hand, wo dein Pferd eher nach aussen driftet, hat es eine optische Begrenzung. Auf der Hand, wo es gerne hinein kommt, hast du ein konkretes Ziel (und Überprüfung), wohin du es mit den inneren Hilfen schicken möchtest - so nah wie möglich an den Pylonen vorbei.

  2. Dein Pferd geht aussen an den Pylonen. Auf der Hand, wo dein Pferd gerne nach innen driftet, hat es eine optische Unterstützung. Auf der Hand, wo es gerne den Zirkel vergrössert, merkst du es aufgrund der Pylonen sofort und kannst es mit den äusseren Hilfen wieder so nah wie möglich an die Pylonen heranführen.

  3. Dein Pferd geht abwechselnd an einer Pylone innen durch, an der nächsten aussen durch - das ergibt kein wildes Slalom, sondern ein Quadrat. Wechsle ganz bewusst zwischen Biegung und Geraderichtung. Bist du im Schritt unterwegs, kannst du an den Ecken auch anhalten und eine Vor- oder Hinterhandwendung um 90° für den Richtungswechsel einbauen.

  4. Dein Pferd bleibt in einer leichten Biegung (weniger ist mehr, sonst nimmst du deinem Pferd Stabiliät) und du holst es im Kruppeherein zwischen zwei Pylonen vom grösseren äusseren Kreis auf den kleineren inneren Kreis, gehst eine Weile dort weiter und schickst es dann zwischen zwei Pylonen vom inneren auf den äusseren Kreis zurück. Wichtig: Dein Pferd bleibt immer auf den Zirkel ausgerichtet, du wendest es weder nach innen noch nach aussen - deine Kruppeherein bzw. Schulterherein-Hilfen ergeben automatisch und unspektakulär das Zirkel verkleinern und -vergrössern. Eine wunderbare Übung , um die Hilfen für die Seitengänge nicht zu übertreiben und das Vorwärts stets im Blick zu behalten.


Stangenblöcke

Für diese Übungen brauchst du zusätzlich feste Stangen, seien es leichte aus Kunststoff (aber bruchsicher!) oder herkömmlich Springstangen. Hast du weder noch, schau dich im Baumarkt bei den runden Zaunpfählen um. Mir reichen auch nur zwei Meter Breite - das braucht etwas genauere Ansteuerung, aber geht.


Wechselnde Abstände & Höhen

Nun legst du die Stangen entsprechend deiner gewünschten Linie auf der geraden oder einer grossen Zirkellinie aus. Beginne mit zwei oder drei Stangen und taste dich langsam zu mehreren vor. Beginne im Schritt und lege die Stangen im Abstand entsprechend der aktuellen Schrittlänge deines Pferdes. Wenn es mühelos darüber geht, erhöhe die Anzahl Stangen auf vier. Nun kannst du verschiedene Dinge variieren, um die Koordination deines Pferdes zu schulen:

  • Erhöhe die Stangen unterschiedlich. Am liebsten lege ich abwechselnd einen Stangenblock rechts und links unter die Stange. Der bequemste Weg ist dann schön mittig durch die Stangen - das hilft vor allem zu Beginn, die korrekte Linie zu halten. Herausfordernder wird es, wenn du einzelne Stangen beidseitig erhöhst, ich empfehle dir die letzte zu wählen. So tritt das Pferd schön im Takt an sie heran und hat danach ungestört Zeit sich zu sortieren, falls der grössere Tritt es aus der Balance gebracht hätte.

  • Verändere die Abstände zwischen den Stangen, vorzugsweise im Trab. Ich würde dazu die Stangen abwechselnd links und rechts erhöhen, so dass sich eine schöne optische Führung durch die Mitte der Stangen ergibt. Nun vergrösserst oder verkleinerst du die Abstände zwischen allen(!) Stangen geringfügig. Das kann auch erstmal weniger als eine Handbreit sein. So kannst du dein Pferd fast unmerklich und ohne "invasive" Hilfengebung in Richtung Verstärkung oder Versammlung arbeiten. Es tut dann genau so viel wie es aus seiner eigenen Stabilität und Kraft kann. Stimmhilfen und eigene Körpersprache/-tonus helfen, die gewünschte Energie zu vermitteln.


Wichtig: Mach dazwischen genügend Pausen (= Strecke ohen Stangen), idealerweise als Lob nach einem sehr schönen Durchgang. Diese Übungen brauchen sehr viel Konzentration, beende sie lieber zu früh als zu spät, um die Motivation deines Pferdes zu erhalten.


Cavaletti-Blöcke & Pylonen mit Stangenauflage

Auch für diese Übungen brauchst du zusätzlich feste Stangen, siehe Stangenblöcke.


Freispringen für Dummies

Dies ist eine Ermutigung mit kleinem Hack für alle mit Pferden & Ponys, die nicht zum Springen geboren worden sind. So wie meine Isländer... Normale Sprünge waren umsonst, die wurden komplett ignoriert und niedergemäht, sei es mit voller Absicht, oder weil (Gang-)Pony seine Beine wirklich nicht sortiert bekam. Also hörte ich schnell wieder damit auf. Das Aha-Erlebnis hatte ich vor zwanzig Jahren am Gangpferdebrevet, wo Rasse hin oder her, ein Sprung gefordert war. Die Kursleiter orderten Freispringen für Alle an und stellten eine grosse Strohballe in den Lauf. Dieses massive Hinderniss war gefühlt fast so gross wie meine erste kleine Islandstute... Ausnahmslos alle Ponys flogen wie Profis darüber! Seither habe ich das Prinzip bei vielen Pferden im Unterricht genutzt und es funktioniert. Natürlich habe ich keine Strohballe mehr zur Verfügung, aber ich muss das Hinderniss in den Augen des Pferdes möglichst massiv aussehen lassen. Sehr gute Dienste tut eine Plache, die über die Stange gelegt wird. So erkennt das Pferd die (erfahrungsgemäss nachgiebige) Stange nicht. Die Schaumstoffstangen kannst du seitlich als Fänge auslegen oder auch noch über die Stange legen. Auch übrige Pylonen oder Blöcke kannst du zusätzlich direkt vor die Stange legen, entweder sichtbar oder auch unter der Plache versteckt. So erreichst du ein Volumen, das genügend "drastisch" erscheint, um bei deinem Pferd den Sprung-Instinkt auszulösen. Denn dieser hat jedes Pferd, selbst wenn es ihn selbst noch nicht kennt. Sobald es seine Sprungkünste erstmal erlebt hat, finden viele anfängliche "Spring-Dummies" mit enprechendem Lob Freude an der Sache. Mit zunehmender Übung kann der Sprung wieder zurückgebaut werden und die Pferde springen auch über eine einfache Stange.


Erhöhte Gassen

Erhöhte Stangen sind nicht dem Springen vorbehalten! Du kannst sie auch als Gassen verwenden. Tu das aber nur in naher Führdistanz, beim Longieren könnte sich die Leine in dem hervorstehenden Material verfangen. Ideal sind die hohen Stangen z.B. für Rückwärts-Übungen: Eine einfache Gasse mit oder ohne Einfädeln, oder zwei Gassen in einem "L" angeordnet. Du wirst sehen, dass es insbesondere für dich eine andere/genauere Führarbeit braucht, als bei den Stangen am Boden. Im Übergang kannst du auch Plachen über die hohen Stangen legen, so sind sie für dich und das Pferd noch deutlicher als Begrenzung sichtbar. Letzteres kann auch helfen, wenn dein Pferd reine Bodenstangen als Begrenzung in einer Figur (noch) nicht versteht.


Bei Fragen zu den Übungen darfst du mich gerne anschreiben.



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